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Tuesday, June 21, 2011
 Die Burg Busau (tschechisch Bouzov) ist ohne Zweifel in
der modernen Zeit zu einem der Symbole des Deutschen Ordens in Mitteleuropa geworden. Der Orden hat sie schon am Ende des
17. Jahrhunderts gekauft; doch wird sie vor allem mit dem Hochmeister Erzherzog Eugen verbunden. Er empfand zu Busau eine
große Zuneigung und ließ sie großzügig umbauen, damit sie den Eindruck einer romantischen mittelalterlichen
Burg erweckt. Auf Busau wurde 1929 der erste tschechoslowakische Staatspräsident T. G. Masaryk von dem damaligen
Hochmeister Norbert Klein empfangen. Am 1.10.1939 wurde die Burg durch die Nazis konfisziert und fiel unter die Verwaltung
von SS Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt in Berlin, nach dem Krieg wurde sie wieder enteignet. Heute gehört sie
dem Denkmalschutzamt in Olmütz und mit über 100.000 Besucher pro Jahr zählt zu den am meisten besuchten
Burgen in Tschechien. „Unter der Burg" befindet sich die dem
Deutschen Orden inkorporierte Pfarrei Busau. Ihre Betreuung nahm der Orden am 1. Juli 2006 wieder auf, indem der Erzbischof
von Olmütz Jan Graubner P. Metoděj Hofman OT zum Pfarrer des Pfarrverbandes Busau, der heute insgesamt 4 Pfarreien
umfasst, ernannte. Die Pfarrei Busau hat eine interessante Geschichte. „Vor allem war sie im Rahmen des Ordens darin
außerordentlich und ungewöhnlich, dass sie von tschechischer Bevölkerung gebildet war", erzählt
P. Metoděj. Deshalb haben die deutschen Ordenspriester, die nach Busau kamen, tschechisch lernen müssen. Erzherzog
Eugen hatte mit der Pfarrei große Pläne, zum Beispiel gab es Projekte einer großzügigen Erweiterung
der Pfarrkirche (Patrozinium Hl. Gotthard); der erste Weltkrieg bedeutete aber das Ende aller Planungen. Heute lässt
sich das religiöse Leben in Busau für die tschechischen Bedingungen als „überdurchschnittlich"
bewerten: Die Pfarrei ist lebendig, die Gottesdienste werden von allen Altersgruppen besucht. P. Metoděj hat es auch
erreicht, dass einige Karmelitinnen in den Pfarrverband kamen, die jetzt mit ihm an verschiedenen Programmen, wie Exerzitien
oder Einkehrstagen für Jugendliche mitarbeiten. Das Pfarrhaus direkt unter der Burg sollte in naher Zukunft als ein
„Begegnungsort" für verschiedene Programme der Studenten aus dem Olmützer Ordensgymnasium oder für
Veranstaltungen der Familiaren dienen.  Lubomír Macek, Familiare des Ordens und gebürtiger
Busauer erzählt davon, dass die Erinnerung an Erzherzog Eugen in Busau und Umgebung immer noch sehr stark und lebendig
ist. Er bleibt als ein liebevoller und freundlicher Mensch in Erinnerung. Vor allem sein soziales Engagement und sein großzügiger
Zugang zu den einfachen Arbeitern und Ordensangestellten werden geschätzt. „Ein Betrag von zwei Gulden war zum
Beispiel in jener Zeit für den Unterhalt einer Familie pro Woche nötig", sagt Lubomír Macek, „aber
Erzherzog Eugen hat seinen Arbeitern sieben Gulden bezahlt! Das war für damalige Verhältnisse ein sehr großzügiger
Lohn." Im Dorf erbaute der Orden auch ein Heim für alte Angestellte, um die sich sonst niemand kümmern konnte.
Also hat der Deutsche Orden genau im Sinne der damals erst entstehenden katholischen Sozialethik gehandelt! Der Orden hat
nicht nur in die Burg viel investiert, sondern kümmerte sich auch um viele technische Verbesserungen im Dorf Busau.
Zum Beispiel hatte das Dorf immer Probleme mit dem Wasser - Erzherzog Eugen ließ eine Wasserleitung aus der Umgebung
bauen, die zunächst als „provisorisch" gedacht war, dann aber bis in die Sechziger Jahre ihren Dienst leistete.
Die Umgebung von Busau ist genauso traumhaft und romantisch wie die Burg
- viele Hügel, Wälder, kleine Dörfer mit schönen Kapellen. Nachdem das Gebiet in den kommunistischen
Zeiten eher gelitten hat, gibt es nun schon die ersten Zeichen der Erholung. Viele junge Menschen geben dem Leben am Land
dem in der Stadt den Vorzug und „kehren zurück". Doch bleibt die Arbeitslosigkeit für das Gebiet ein
großes Problem, weil in der Wirtschaftskrise viele Fabriken in der Umgebung von Olmütz eingestellt wurden und
die traditionelle, am Obst orientierte Landwirtschaft in der Weltkonkurrenz nur sehr schwer bestehen kann. Möge also das erneuerte Wirken des Ordens in seinem traditionellen Gebiet
wieder viele geistliche, aber auch „weltliche" Früchte bringen!
8:20 pm
Sunday, April 17, 2011
Die Schatzkammer des Deutschen Ordens - The Treasury
of the Order
Gold, Silber und Kristall Prächtiges Tafelgeschirr bestimmt das Gesamtbild der Schatzkammer. Teilweise war es für den praktischen Gebrauch
bestimmt, teilweise diente es nur zur Dekoration der festlichen Tafeln der Renaissance- und Barockzeit. Gleichzeitig kann
man an den Werken ablesen, wie sich die Tischkultur im Laufe der Zeit gewandelt hat. Die meisten Stücke stammen aus
dem Schatz, den die Hochmeister in ihrer süddeutschen Residenz Mergentheim versammelten.
| Kunstkammer Fester Kern der Schatzkammer sind die Reste der Kunstkammer des Hochmeisters Erzherzog Maximilian von Österreich. Kunst-
und Wunderkammern waren eine frühe Form unserer heutigen Museen. Darin fanden sich: Naturalia - seltene und
kuriose Objekte aus der Natur, z. B. Kokosnüsse, Artificialia - von Menschenhand Geschaffenes, z. B. kostbare
Goldschmiedearbeiten, Scientifica - wissenschaftliche Instrumente, z. B. Uhren, und Exotica - exotische
Gegenstände, z. B. orientalische Waffen.
| | Kelche und Reliquiare In der Schatzkammer finden sich verschiedene Kelche, Reliquiare und andere liturgische Gegenstände. Erst im frühen
19. Jahrhundert sind diese in den Ordensschatz gekommen, als unter Napoleon viele Ordenshäuser in Deutschland und die
Inventare der Kirchen aufgelöst wurden.
| Altarbilder Einige gotische Altarbilder von großem Wert, die aus den Ordenskirchen in Graz, Friesach und Wien stammen, sind in
der Schatzkammer ausgestellt. Darunter befinden sich zwei Ablaßtafeln aus dem 15. und 16. Jahrhundert, von denen nur
sehr wenige Exemplare erhalten sind.
| Insignien und Ornate Besonders ausgeprägte Form hatten und haben die Zeichen, die die Zugehörigkeit zum Deutschen Orden beschreiben.
Dazu zählen zuerst die verschiedenen kostbaren Insignien, vor allem Hals- und Brustkreuze der Ordensritter. Ebenso
sind Gewänder und zeremonielle Objekte ausgestellt, die bei der Aufnahme neuer Ritter verwendet wurden.
| Münzen und Medaillen Die Münzen und Medaillen erinnern an die Hoheitsrechte der Hochmeister. Zunächst hat der Orden nur in Preußen
und Livland von seinem Münzrecht Gebrauch gemacht, später ließen auch die Hoch- und Deutschmeister ihre
eigenen Münzen prägen. Eine hervorragende Sammlung dieser Münzen befindet sich in der Schatzkammer. Hinzu
kommen zahlreiche Medaillen, die die Hochmeister zur Repräsentation herstellen ließen und auf verschiedene Ereignisse
und Personen hinweisen.
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Geschichte
Über 800 Jahren der Geschichte hat der Deutsche Orden durchlaufen. Auf unterschiedliche Weise ist diese lange Zeit
in der Schatzkammer zu erfahren, in der der Schwerpunkt zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert liegt. Porträts der Hochmeister,
Bilder von Schlachten und Zeremonien, aber auch die einzelnen Kunstwerke zeugen von verschiedenen Epochen und Episoden dieser
Geschichte.
2:53 pm
Friday, April 1, 2011
Community House in Vienna - Ordenshaus in Wien
Die Niederlassung des Ordens in der Singerstraße im 1. Wiener
Gemeindebezirk wurde um 1204/06 gegründet und wurde zum Hauptsitz (Landkommende) des Ordens in Österreich.
Bis zum heutigen Tag ist es Sitz des Priorates der Ballei Österreich. Seit dem Jahr 1809 ist das Haus auch Sitz des
Hochmeisters des Ordens, womit der Deutsche Orden zu den ganz wenigen kirchlichen Institutionen gehört, deren Generaloberer
seine Residenz nicht in Rom hat. Zusammen mit der Ordenszentrale befinden sich in diesem Haus die Kirche, die Schatzkammer,
das Zentralarchiv und das Gästehaus des Ordens. Im
Erdgeschoß liegt neben der Kirche die Sala terrena, ein mit einer flachen Kuppel gewölbter Zentralraum, der mit illusionistischen Wandmalereien des späten 18. Jahrhunderts geschmückt ist.
Die Fresken zeigen reiches, teilweise figurales Ornament und mythologische Szenen. Ehemals war dieser sommerliche Gartensaal
durch eine Tür zum Hof hin geöffnet, die heute als Fenster verschlossen ist. Die Sala terrena ist gewöhnlich
nur für Konzerte geöffnet, kann aber auch im Rahmen von Führungen in der Schatzkammer besichtigt werden. Die Namen zweier Komponisten sind zudem mit dem Deutschordenshaus verbunden: Im
Gefolge des Salzburger Erzbischofs Hieronymus Graf Colloredo wohnte hier vom 16. März bis zum 2. Mai 1781 Wolfgang Amadeus
Mozart. Über einen längeren Zeitraum, von 1863 bis 1865, verweilte in diesem Haus Johannes Brahms. The establishment of the Order in the Singer Road in the 1st District of Vienna was
founded in 1204/06 and became the headquarters (Landcommanderij) of the Order in Austria. To this day it is the seat of the
Priory of the Bailiwick of Austria. Since 1809, the house is also the seat of the Grand Master of the Order, which the German
Order is one of the few religious institutions, the Superior General of his residence was not in Rome. Along with the Order
headquarters are located in this building the church, the Treasury, the Central Archives and the guest house of the Order. The ground floor next to the church, the Sala terrena
an unknown vaulted central dome with a flat space with illusionistic wall paintings of the late 18th Century is decorated.
The frescoes show rich, partly figural ornament and mythological scenes. Formerly this summer garden room was opened by a
door to the courtyard, which is now closed as a window. The Sala terrena is usually open only for concerts but can be visited
on guided tours in the treasury. The
names of two composers are also connected to the German Order of House: In the wake of Archbishop Hieronymus Count Colloredo
lived here from 16 March to 2 May 1781 Wolfgang Amadeus Mozart. Over a longer period, from 1863 to 1865, stayed in this house
Johannes Brahms.
12:12 pm

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